SK Sturm Graz - FK Mladost Podgorica

Es ist eine Rückkehr in das eigene Wohnzimmer. Nach sechs Jahren Dauerkarte bei meinem Heimatverein, dem SK Sturm Graz, habe ich mich im letzten Jahr entschieden eine Auszeit zu nehmen, die Fußballwelt zu bereisen und mich voll und ganz unserem Projekt fussballwelt.at zu widmen. Nun kehre ich, nach diesem Jahr Abstinenz zurück in das Liebenauer Stadion, mittlerweile "Merkur Arena", um meinen SK Sturm Graz bei der Saisonpremiere zu beobachten.

Der Gegner ist eine große Unbekannte. FK Mladost Podgorica, Vizemeister aus Montenegro. Pikanterweise landeten sie punktegleich mit zwei weiteren Vereinen auf Platz eins, sogar mit einer gleichen Tordifferenz von +24 mit dem amtierenden Meister und Stadtrivalen Buducnost Podgorica. Noch vor dem offiziellen Start der Liga- und Pokalsaison in Österreich geht es also bereits in der 2. Runde der Euro League Qualifikation zur Sache. Die Ausgangslage scheint klar, man ist deutlicher Favorit und muss diese Runde eigentlich überstehen. Eine Favoritenrolle in der Euro League Qualifikation hatte der SK Sturm Graz auch bereits im Jahr 2013, als man überraschend an Breidablik aus Island scheiterte. Huh!

 

Die Atmosphäre im Stadion Liebenau (offiziell Merkuer Arena)

Einen richtigen Groundhopping-Bericht wollte ich für diese Partie hier nicht schreiben. Der Grund? Für seinen "eigenen" Ground zu schreiben, wirkt irgendwie unecht. Gerade das Neue zu entdecken, macht beim Groundhopping irrsinnig Spaß. Dieses Stadion kenne ich aber seit der Eröffnung, also ungefähr 20 Jahren, in- und auswendig. Einen ausführlichen Groundhopping-Bericht zum Stadion Liebenau wird unser Chef-Redakteur Matthias Schecklmann in den kommenden Wochen schreiben, wenn er zum Bundesligastart gegen den SKN St. Pölten in Graz zu Gast sein wird.

 

Das Spiel SK Sturm Graz gegen Mladost Podgorica

Aufgrund der Ausgangslage war klar, Sturm Graz muss das Spiel machen, Mladost wird verteidigen, sich gegebenenfalls mit einem Unentschieden zufrieden geben und kontern. Unfassbar dann, was nach 30 Spielsekunden passierte. Ein missglückter Rückpass von Sturm-Kapitän Christian Schulz zu Neuverpflichtung Jörg Siebenhandl. Der Ball viel zu kurz abgespielt, Schulz sprintet nach und trifft den Podgorica-Stürmer. Elfmeter, Gelb, 0:1 nach 2 Spielminuten. Perfekter Start für Mladost, die danach mit Mann und Maus verteidigten.


Der SK Sturm rannte an und versuchte alles um das Spiel noch zu drehen. In der ersten Halbzeit stand man sich oft selbst im Weg, machte das Spiel durch nach innen ziehende Flügel noch enger, als es eigentlich eh schon war und es entstanden kaum Räume. Dennoch kamen die Grazer zu Chancen und einem Abseitstor, das aberkannt wurde.


In Hälfte zwei wurde das Spiel breiter gemacht, die späteren Einwechslungen Marc Schmerböck und Philipp Huspek sorgten für die nötige Breite im Spiel und es taten sich immer wieder gute Chancen auf. Die beste Chance vergab Philipp Zulechner, der aus kurzer Distanz den Ball über das Tor knallte. Ein weiteres Abseitstor des eingewechselten Fabian Schubert sorgte in der vierten MInute der Nachspielzeit nochmal für hitzige Diskussionen. Der Schiedsrichter entschied erst nach Rücksprache mit seinem Assistenten, zu Recht, auf kein Tor. So blieben die mühen unbelohnt und Mladost, fußballerisch absolut unterlegen, trat als glücklicher Sieger die Heimreise an. Unfassbar.

 

Fazit

Hätte mir jemand vor dem Spiel gesagt, wie dominant der SK Sturm Graz das Spiel gestalten würde, wäre ich wohl zufrieden gewesen. 69% Ballbesitz, 20 zu 2 Torschüsse, irre. So ist der Fußball. Manchmal einfach nur grausam. Für das Rückspiel ist, ob der fußballerischen Unterlegenheit der Montenegriner dennoch alles drin. Mit etwas mehr Glück und Konzentration im Abschluss, kann gegen einen solchen Gegner auch auswärts ein klarer Sieg eingefahren werden. Ob es gelingt? Man wird sehen. Es wird definitiv keine leichte Aufgabe gegen einen derart unangenehmen Gegner.

 


Fotos unseres Partners: Fotograf Chris Bauer

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