Ibrox Katastrophen 1902-1971

Das Ibrox Stadium (früher Ibrox Park) ist die legendäre Heimstätte der Glasgow Rangers und verfügt über eine lange Tradition für den Verein und den gesamten Fußball. Allerdings gibt es auch dunkle Punkte in der Historie des Stadions.

Das legendäre Ibrox Stadium, Heimstätte der Glasgow Rangers | Bild: Tom Brogan (flickr)
Das legendäre Ibrox Stadium, Heimstätte der Glasgow Rangers | Bild: Tom Brogan (flickr)

 

Das heutige Ibrox Stadium wurde bereits im Jahre 1899 eröffnet. Der erste Ibrox Park wurde sogar bereits 1887 bespielt, hatte allerdings nur ein Fassungsvermögen von 15.000 Plätzen, weshalb die Rangers zum heutigen Standort wechselten. Die Kapazität des neuen Standortes betrug 75.000 Plätze.  Die Kosten des Stadions beliefen sich damals auf „nur“ 200.000 Pfund. Doch bereits drei Jahre später kam es zur ersten Katastrophe.

 

Beim prestigeträchtigen Ländermatch zwischen Schottland und England gab, unter starken Regen, die neugebaute West-Tribüne nach, sodass hunderte Fans bis zu zwölf Meter tief abstürzten. Das Unglück forderte 25 Menschenleben und über 500 Verletzte. Nach dem tragischen Ereignis wurden alle britischen Stadien, welche damals noch aus Holz und Stahl gebaut wurden, verstärkt, um ähnliche Horrorszenarien zu vermeiden. Das Spiel von damals wurde später im Villa Park in Birmingham wiederholt, wobei die Gesamteinnahmen den Opfern zugutekam.

 

Auch in den nächsten Jahrzehnten kam es immer wieder zu kleineren Unfällen, wobei einer in den 1960ern besonders hervorzuheben ist. Zwei Zuschauer starben beim Verlassen des Stadions worauf im Ibrox bei den Tribunen neue verstärkte Zäune aufgestellt wurden. Und genau diese Sicherheitsmaßnahme wurde später zum Verhängnis.

 

Am 2. Jänner 1971 wurde das „Old Firm“ im Ibrox ausgetragen. Nachdem Celtic in der 89. Minute in Führung ging, verließen viele Fans der Rangers vorzeitig das Stadion. Doch in der Nachspielzeit erzielte die Heimmannschaft noch den Ausgleich. Zu den folgenden Geschehnissen gibt es sehr unterschiedliche Augenzeugenberichte. Einige sprachen davon das hunderte der Fans die gerade noch das Stadion verließen, ins Stadion zurückstürmten und damit eine Massenpanik auslösten, andere wiederum wollen gesehen haben, dass es zwar eine Massenpanik gab, aber alle Menschen in dieselbe Richtung (zum Ausgang) strömten. Durch die neugebauten Zäune war der Fluchtweg zu den Notausgängen versperrt und viele Menschen wurden zu Tode getrampelt. Die traurige Bilanz: 66 Fans verloren an diesem Tag ihr Leben.

 

Das Ibrox Stadium beim "Old Firm"-Derby | Bild: Graeme Maclean (flickr)
Das Ibrox Stadium beim "Old Firm"-Derby | Bild: Graeme Maclean (flickr)

 

Der damalige Manager Willie Waddel sorgte nach der Katastrophe für eine Komplettsanierung des Stadions. Es wurde in ein reines Sitzplatzstadion umgewandelt, wobei die Schotten sich das Dortmunder Westfalenstadion zum Vorbild nahmen. Seit dem ist das Ibrox Stadium ein Fünf-Sterne-Stadion, die höchste UEFA-Auszeichnung für Stadien, was zur Austragung des Champions-League-Finales berechtigt.

 

Rund 30 Jahre nach dem verheerenden Unglück wurde ein großes Denkmal mit den Namen aller Opfer vor dem Stadion errichtet und eine Statue des damaligen Kapitäns John Greig aufgestellt.

 

Ein Bericht von Christian Scheucher

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