Heysel Katastrophe 1985

Am 29. Mai 1985 trafen der Liverpool FC und Juventus Turin im Finale des "Europacup der Landesmeister" in Belgien aufeinander.

 

Das Spiel fand im Heysel Stadion in Brüssel statt. Bereits Stunden vor dem Spiel kam es zu ersten Ausschreitungen. Die Fans von Juventus bewarfen die mitgereisten Engländer mit Steinen und Leuchtraketen, die Antwort folgte in Form von Schmähgesängen und bengalischen Fackeln.

 

Auch im Stadion kam es immer wieder zu tumultreichen Szenen. Zum Beispiel versuchten zwei Tifosi den Platz zu stürmen.

 

heysel katastrophe
Das umgebaute Heysel Stadion, heute: König-Baudouin-Stadion (c) flickr William Murphy

 

Um 19:45 geschah dann das Unglück. Liverpool Fans stürmten den benachbarten Block in dem sich hauptsächlich Juventus Fans aufhielten, und erzeugten eine Massenpanik. Viele der Tifosi versuchten über eine Betonmauer in einen anderen Sektor zu Flüchten, doch diese hielt der Belastung nicht stand, was wohl auf Konstruktionsfehler zurückzuführen ist. Als die Mauer einstürzte begrub sie viele der Menschen unter sich.

 

Die traurige Bilanz, 39 Tote (davon 32 Italiener) und 454 Verletzte. Äußerst brisant an der Geschichte (gerade bei den heutigen Problemen der FIFA):

 

In diesem Sektor hätten eigentlich nur neutrale Fans sitzen dürfen, allerdings verkaufte ein korrupter UEFA-Offizieller die Karten an ein italienisches Reisebüro. Noch dazu erfüllte das Stadion die Anforderungen für ein Europacup Endspiels nicht. Das Spiel zog eine Reihe von Verbandsstrafen nach sich. Juventus Turin, sowie auch der belgische Verband wurden mit Strafen belegt. Belgien zahlte den Hinterbliebenen der Opfer umgerechnet 1,25 Millionen €. Am härtesten traf es den Englischen Verband, alle englischen Vereine wurden für mindestens 5 Jahre von allen internationalen Spielen ausgeschlossen.

 

Noch heute gibt es deswegen extreme Anfeindungen seitens der Drughi (Juventus Ultras) gegen alle englischen Clubs.

 

Wikipedia-Eintrag zur Katastrophe von Heysel:
https://de.wikipedia.org/wiki/Katastrophe_von_Heysel

 

Ein Bericht von Christian Scheucher


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