Flugzeugabstürz von München 1958

6. Februar 1958, München-Riem

Die Mannschaft von Manchester United kam mit dem Flugzeug von Belgrad. Es wurde ein Tankstopp in München eingelegt, um danach weiter in Richtung Heimat zu fliegen. In Belgrad war das Europacup Spiel gegen Roter Stern ausgetragen worden, das mit einem 3:3 endete. Nach Hin- und Rückspiel stand es 5:4, was für den Aufstieg der Engländer sorgte. Zur damaligen Zeit war das Fliegen noch bei weitem unsicherer und beschwerlicher als heute. Das musste die Mannschaft von Matt Busby bereits feststellen, als sie bei einer Reise nach Bilbao selbst die Tragflächen enteisen mussten.

 

Airspeed Ambassador | Bild: (c) Greg Goebel (flickr)
Airspeed Ambassador | Bild: (c) Greg Goebel (flickr)

Das Unglück von München nahm seinen Lauf, nachdem die Maschine voll betankt war und wieder starten wollte. Aufgrund von Matsch und Schnee am Ende des Rollfeldes verringerte sich die Geschwindigkeit des Flugzeugs von 217 auf 194 km/h. Somit war der Pilot nicht mehr in der Lage abzuheben, allerdings war die Fahrbahn auch zu kurz zum Bremsen. Die Maschine des Typs Airspeed AS 57 kam von der Strecke ab und explodierte daraufhin.

 

An Bord befand sich während des Flugzeugabsturzes die gesamte Mannschaft von Manchester United, der Betreuerstab, sowie Fans und Journalisten. Von den Insgesamt 44 Personen an Bord verloren 23 ihr Leben. Acht Spieler der Mannschaft starben, zwei weitere wurden so schwer verletzt, dass sie nie wieder spielen konnten. Dies war ein schwerer Schlag für die „Busby Babes“, wie die Mannschaft aufgrund ihres Trainers und dem jungen Durchschnittsalter genannt wurde. Der Trainer der hauptsächlich auf Spieler aus der eigenen Jugend setzte, wurde selbst so schwer verletzt, dass er zwei Monate im Krankenhaus verbrachte und in dieser Zeit zweimal die Salbung durch einen Priester erhielt.

 

 

Der große Held dieser Tragödie war der irische Nationaltorhüter Harry Gregg, der mehrere Verletzte und Bewusstlose von der Maschine wegschaffen konnte bevor diese explodierte. Unter den geretteten waren unter anderem eine schwangere Frau und die spätere United-Legende Sir Bobby Charlton. Gregg und Chalton sind auch die einzigen Überlebenden Spieler, die auch heute noch unter uns weilen.

Der Gedenkstein an das Unglück in München. Bild: (c) Stefan Dornbusch
Der Gedenkstein an das Unglück in München. Bild: (c) Stefan Dornbusch

Für die Red Devils sowie das englischem Nationalteam war es ein schwerer Schlag. Die Three Lions verloren einige Nationalspieler und schieden bei der Weltmeisterschaft in Schweden, die später in diesem Jahr stattfand, bereits in der Gruppenphase aus. Das aber nur am Rande, denn die Tragödie war für die Familien und Überlebenden natürlich am größten.

 

United konnte die Saison mit Jugend und Leihspielern noch auf dem 9. Platz beenden, nachdem der nicht mitgereiste Co-Trainer Jimmy Murphy zwischenzeitlich das Zepter übernahm. Dieser verpasste das Unglück da er damals zeitgleich das walisische Nationalteam betreute. In der darauffolgenden Saison übernahm Busby wieder die Mannschaft und führte sie in den nächsten Jahren noch zu einigen Titeln. Unter anderem zwei Meisterschaften und zehn Jahre nach dem Unglück zum Gewinn des Europapokals der Landesmeister. Bald darauf beendete der Erfolgstrainer seine Karriere und damit auch die Ära der Busby Babes.

 

Ein Bericht von Christian Scheucher


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