FA Cup - der älteste Pokalwettbewerb der Welt

von Christian Scheucher

 

Der FA ­Cup ist der traditionsreichste und älteste Pokalwettbewerb der Welt. Er wird seit 1871 gespielt, und hat in dieser Zeit einiges erlebt. Auch ist es ein unglaublich groß angelegtes Turnier. In der Saison 2011/20012 nahmen mit den Qualifikationsrunden sage und schreibe 763 Mannschaften an dem Turnier teil. Zum Vergleich die gesamte Qualifikation der Weltmeisterschaft umfasst „nur“ 202 Verbände. Im Hauptbewerb des FA­ Cups sind immer noch 124 Mannschaften vertreten.

 

Es ist im FA­ Cup üblich, dass es bei einem Unentschieden ein Wiederholungsspiel im gegnerischen Stadion gibt. Sollte es noch ein Unentschieden geben, so entscheiden Verlängerung und Elfmeterschießen über den Sieger, doch früher gab es einfach so lange Wiederholungsspiele, bis ein Sieger feststand, auch wenn die Teams fünf Mal gegeneinander antreten mussten.

 

Es gibt in diesem Turnier keine gesetzten Teams, alle Teams sind absolut gleichwertig und das Los entscheidet wer gegen wen bzw. wo gespielt wird.

 

Rekordsieger ist Arsenal London (12 Mal), welche durch die Siege der letzten beiden Jahre, Manchester United (11 Mal) überholten.

 

Wembley stadium fa cup final
Das Wembley Stadium, die traditionelle Austragungsstätte der FA Cup Finalspiele (c) by flickr jo.sau

 

Fun Facts

 

• Im Fa Cup spielt man seit 1895 nur um ein Duplikat des Pokals, denn das Original wurde aus der Vitrine von Aston Villa gestohlen und ist nie wieder aufgetaucht

 

• Brett Turner gelang 1946 das Kunststück binnen einer Minute zwei Tore zu schießen. Einziges Problem an der Sache, nur eines davon ging in den Kasten des Gegners. Das Spiel wurde in der Verlängerung 1:4 verloren.

 

• Der deutsche Torhüter Bert Trautmann, von Manchester City, bricht sich 1956 im Spiel gegen Birmingham City in der 75. Minute einen Halswirbel. Dennoch spielt er bis zum Ende durch und führt, mit so mancher Parade, die Citizens zum 3:1-Sieg.

 

• 1988 schlug der FC Wimbledon im Finale, das damalige Nonplusultra des englischen Fußballs, den FC Liverpool mit 1:0. An und für sich kurios genug doch es gab noch einige Details in diesem Spiel. Wimbledons Torwart Dave Beasant hielt in der 61. Minute einen Elfmeter von John Aldridge. Er ist der erste Torhüter, dem dies in einem FA­ Cup-Finale gelang. Auch war er der erste Torwart, der als Mannschaftskapitän eine Mannschaft zum Pokalsieg führte.

 

Seit jeher unvergessen: der "Grapscher" des damaligen Fußballers und heutigen Schauspieler Vinnie Jones gegen Paul Gascoigne. Generell war Wimbledon damals als härtestes Team in England verschrien und Jones hatte mehr als nur einen kleinen Anteil daran.

 

• Das erste Finale im Wembley ­Stadion 1923 zog eine Zuschauermenge von über 200.000 Personen, also weit über der zulässigen Kapazität, an. Die FA hatte den Zuschauerandrang unterschätzt; daher wurden keine Tickets verkauft, sondern das Eintrittsgeld direkt am Eingang kassiert. Zuschauermengen ergossen sich auf das Spielfeld, wurden jedoch von einem einzelnen Polizisten, dem PC George Scorey und seinem Pferd Billy (ein Schimmel), zur Umkehr bewegt und das Spiel konnte mit Zuschauern an der Außenlinie fortgesetzt werden. Das Spiel wurde als „White Horse Final“ bekannt.

 

Ein Bericht von Christian Scheucher


Plakate von FA Cup-Partien aus den 50er- und 60er-Jahren


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