Revierderby - BVB & Schalke

"Die Nummer Eins im Pott sind WIR!"

revierderby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04
Das Revierderby, eines der größten Duelle der Fußballwelt | Bild (c) Flickr (Alex Schmitt)

 

Wenn sich die Presse mit Meldungen überschlägt, Zehntausende zu „ihrem“ Tempel pilgern, Kollegen sich bereits seit Tagen am Arbeitsplatz gegenseitig aufstacheln, die Fußballwelt gespannt nach Deutschland blickt und dort die beiden größten und fanreichsten Fußballklubs Westfalens aufeinander treffen — dann wird es nicht mehr lange dauern, ehe der Anpfiff zu einem weiteren „Derbyspieltach“ erfolgt. Borussia Dortmund und der FC Schalke 04 kämpfen darum, eines der wichtigsten Spiele der Saison für sich zu entscheiden — das Revierderby!

 

"Ziemlich beste Feinde"

Vor allem seit dem Ende des 2. Weltkrieges entwickelte sich die Begegnung dieser beiden Vereine immer mehr zu einem hitzigen Duell, da seit diesem Zeitpunkt die Borussia auf Augenhöhe mit den „Knappen“ war. Die Jahre um 1947 gelten als der Ursprung des Derbys, da es dem BVB gelang, sich damals als einzige ernstzunehmende Alternative zu Schalke 04 im Ruhrgebiet zu etablieren. Seither wechselten sich die Zeiten der Erfolge mit nahezu jeder Dekade ab, insgesamt lagen die Schwarz-Gelben jedoch häufiger vorne. Mittlerweile avancierte das Aufeinandertreffen dieser Klubs zu einem Massenspektakel. Es herrscht eine unfassbare Atmosphäre völlig ungeachtet dessen, ob der Schauplatz des Spektakels der Signal-Iduna Park oder die Veltins Arena ist. Die Fans blenden alles andere als das Hier und Jetzt aus. Tabellensituation, aktuelle Verfassung,

 

 

Trends, Verletztenliste — all diese Themen spielen keine Rolle, es zählt nur diese eine Partie. Ein Triumph über den Erzrivalen tröstet so manchen Fan gar über eine völlig verkorkste Saison hinweg, eine Niederlage hingegen könnte einer noch so erfolgreichen Saison einen bitteren Beigeschmack spenden.

 

Das Revierderby zieht die Massen an, Grundfundament dafür ist die unglaubliche Anzahl  an Unterstützern beider Vereine. Bis auf den FC Bayern München ist keine Mannschaft in ganz Deutschland in der Lage mit den Zuschauerzahlen von Dortmund und Schalke mitzuhalten. Rund 40.000 (Schalke) beziehungsweise 50.000 (Dortmund) verkaufte Dauerkarten pro Saison sprechen für sich.

 

Revierderbys in der Bundesliga

Dortmund Fankurve Südtribüne
Die Dortmunder Fankurven unterstützen ihren BVB im Derby | Bild: (c) Peter F. (flickr)

 

Seit der Gründung der Fußball-Bundesliga ist ausgerechnet das Ruhrgebiet mit sieben Vereinen die Region, welche die meisten Klubs in diesem Bewerb stellte. Zwischen diesen sieben Teams, darunter Dortmund, Schalke 04, VfL Bochum, MSV Duisburg, Rot- Weiß Essen, Rot-Weiß Oberhausen und SG Wattenscheid 09, kam es bisher zu 439 Begegnungen in der Bundesliga.

 

Die Borussia aus Dortmund und die Königsblauen standen sich bis dato (Oktober 2016) in 148 Pflichtspielen gegenüber, von denen Schalke 58 für sich entscheiden konnte. Der BVB gewann 51 dieser Spiele, 39 mal ging man mit einer Punkteteilung vom Platz. Auch in der daraus resultierenden Tordifferenz liegen die Schalker mit 282:229 voran. Rekordhalter für die meisten Derbyeinsätze sind bei Dortmund Michael Zorc, der heute als Sportdirektor beim BVB tätig ist, und Roman Weidenfeller mit jeweils 23 Einsätzen.

 

Für den FC Schalke 04 brachte es Klaus Fichten auf 24 Einsätze. In all den nervenaufreibenden Begegnungen zwischen diesen Klubs gelang es nur einem einzigen Spieler, in einem Derby einen Dreierpack zu schnüren — Lothar Emmerich, beim 6:2 für die Borussia am 12. November 1966.

 

Vom Angebeteten zum "Judas"

Revierderby Judas
Judas Schilder der Fans während dem Revierderby | Bild: (c) whatleydude (flickr)

 

In Zeiten, in denen vereinstreue Fußballer Mangelware sind, ist es beinahe logisch einen Blick auf Spielertransfers zwischen diesen beiden, rivalisierten Teams zu werfen. Und tatsächlich: Die Anhänger beider Lager hatten bereits einige Gelegenheiten, einen Spieler, von dem sie dachten er sei einer von ihnen, mit „Judas“ zu beschimpfen. 24 Profis standen im Laufe ihrer Karriere bei beiden Klubs unter Vertrag, ein Dutzend davon wechselte gar direkt zum Erzfeind.

 

 

 

 

In den letzten Jahren zählten zu diesen vermeintlichen „Verrätern“ unter anderem Felipe Santana (2008-13 BVB, 2013-15 Schalke), Christoph Metzelder (2000-07 BVB, 2010-13 Schalke) und Kevin-Prince Boateng (2009 BVB, 2013-15 Schalke). In der Liste dieser Spieler, nimmt Stan Libuda eine besondere Rolle ein. Er war der erste Spieler der einen Wechsel zwischen diesen beiden Vereinen vollzog, eine wohl eher weniger schmeichelhafte Ehre, diese Liste anzuführen. Libuda spielte von 1965-68 bei Dortmund und verbrachte zwischen 1961 und 1976 drei Karriereabschnitte auf Schalke und wechselte gar zwei Mal zwischen Dortmund und Schalke. Mit Jens Lehmann gesellt sich ein weiterer bekannter Name zu dieser Aufzählung. Der frühere deutsche Nationalspieler Toni Schumacher war in den 1990ern für beide Vereine als Torwarttrainer tätig und hatte zudem einen Kurzeinsatz für den Borussen.

Ein Bericht von Roman Wagner 


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