Manchester United FC

Im Jahre 2003 begann Malcom Irving Glazer, Milliardär aus den Vereinigten Staaten von Amerika, Aktien des Vereins Manchester United zu kaufen. In den Staaten war er bereits Mehrheitsbesitzer der Tampa Bays, allerdings nicht aus sportlichen, sondern rein finanziellen Gründen. Bis zum Mai 2015 schaffte Glazer es sich 75 Prozent der Manchester Aktien zu sichern, womit es ihm möglich war, den Verein von der Börse zu nehmen.

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Foto: Flickr (c) Pauls Imaging Photography

Insgesamt benötigte er dafür geschätzte 980 Millionen Euro, die er großteils von dubiosen Geldgebern hatte und kurioserweise auf den Verein selbst umschuldete. Somit wurde der schuldenfreie Traditionsverein zum tief verschuldeten Besitz eines Großaktionärs. Alleine der Umstand das solch eine Aktion (der Kauf eines solch großen Clubs ohne Eigenkapital) möglich ist, und diese dann auch noch dem Club zur Last gelegt wird, wie das Joch einem dummen Ochsen, kann bei echten Fußballbegeisterten Schreikrämpfe auslösen.

 

 

Bis zum Juni erhöhte er seine Anteile auf 98 Prozent und brachte so Kleinaktionäre zu einem Zwangsverkauf. Malcom Glazer konnte somit den Verein in seinen Privatbesitz bringen. Bei den Fans löste der Kauf ihres Clubs großes Entsetzen aus. Aus Protest gründeten einige Fans sogar einen eigenen Verein. Der „FC United of Manchester“ spaltet das Lager der Red Devils zwischen derer, die ihrem Verein „NO MATTER WHAT“ zur Seite stehen und den Fans, die diese aggressive Übernahme eines U.S. Investors ("Invasors") nicht hinnehmen wollten. Selbst David Beckham bekannte Flagge in dem er zu einem Spiel den Grün-Goldenen Schal trug den United of Manchester verwendet (in Anlehnung an die alten Farben). Der neu gegründete Verein spielt übrigens bereits in der sechst höchsten Spielklasse Englands.

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FC United of Manchester - Die Mannschaft - Foto: (c) flickr | Matthew Wilkinson

 

In den letzten Jahren (vor allem seit Alex Ferguson Abdanken) verlor Manchester United zunehmend an fußballerischer Bedeutung, konnte jedoch den eigenen Marktwert immer mehr in die Höhe treiben. Werbekampagnen in den USA. und Asien sorgten für neue Märkte. Doch wo stehen sie jetzt sportlich? Man hat das Gefühl, dass der letzte Titel einzig und allein Sir Alex Wille zu verdanken war, denn das Team hatte seinen Zenit längst überschritten und es gab nahezu keine Verjüngungskur. Dies ist wohl der einzige Vorwurf, den der wohl größte Manager der Englischen Fußballgeschichte sich gefallen lassen muss. Mit dem Team, dass er übergab, konnten seine Nachfolger (David Moyes, Louis Van Gaal) nicht auf Anhieb erfolgreich sein, noch dazu wurden auch die eigenen Talente in dieser Zeit nicht erkannt.

 

Ob Ferguson sein Team nicht zukunftsorientiert aufstellen konnte oder wollte, können wir nicht beurteilen. Fakt ist auf jeden Fall, dass seit dem letzten Titel 2013 Unmengen an Geld aufgewendet wurden, um das Team zu erneuern, allerdings ohne jeglichen Erfolg. Natürlich ist es auch ein Problem, dass die Erwartungshaltung bei den Nordengländern extrem hoch ist und ein neues Team mit neuem System nun mal Zeit braucht. Doch muss man hier wohl auch festhalten, dass der Wechsel des Hauptaugenmerks vom Tagesgeschäft Fußball, zum Tagesgeschäft „Geld verdienen“, das Spiel selbst für einige Jahre in Mitleidenschaft gezogen hat.

 

 

Vor allem Vice Chairman Ed Woodward ist den Fans ein Dorn im Auge. Einst half er den Glazers den Deal mit Manchester einzufädeln, dann übernahm er das Marketing (sehr erfolgreich, er konnte die Werbeeinnahmen des Vereins von 2005 bis 2012 beinahe verdreifachen) bevor er 2012 das Ruder übernahm.

 

Doch seitdem muss er sich Kritik an seinen Personalentscheidungen und stümperhaften Transfers anhören. Viele meinen er würde einzig den finanziellen Erfolg des Clubs forcieren, um dem Glazer Clan mehr Geld zu beschaffen und dem sportlichen Erfolg zu wenig Bedeutung zukommen lassen. Was wohl auch damit zu begründen sein könnte, dass er vielleicht ja gar nicht mal so viel Ahnung vom Fußball hat (Anmerkung der Redaktion: Eigenmeinung).

 

Also nächstes Jahr haben wir womöglich neue Rekordtransfers, unter einem neuen Trainer und neue Absatzmärkte vom Hindukusch bis Französisch-Guyana, allerdings wohl wieder eine Champions League Saison ohne die Red Devils und einen Verein in den unteren Spielklassen Englands, der weiter vom "good old football" träumt.

 

Ein Bericht von Christian Scheucher 

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Foto: (c) flickr | Matthew Wilkinson
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Foto: (c) flickr | Matthew Wilkinson
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Foto: (c) flickr | Matthew Wilkinson

Video zum Livespiel im Old Trafford von Manchester United:


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