Dominique Taboga - "Schweres Foul"

Im Spätherbst 2013 erschütterte ein großer Skandal den österreichischen Fußball. Einige bekannte Fußballer der österreichischen Bundesliga, darunter der Autor des Buches Dominique Taboga, wurden des Betruges im Zusammenhang mit Spielmanipulation beschuldigt. Taboga wurde im Zuge dessen am 27. November 2013 festgenommen. Er wurde in seinem Strafprozess zu drei Jahren teilbedingter Haft sowie einer lebenslangen Sperre in der österreichischen Bundesliga verurteilt. In seinem Buch "Schweres Foul" erklärt Taboga die Hintergründe.

"Er ist einer der meistgehassten Fußballer Österreichs. Er hat gegen jede Regel der Ethik, der Moral, des Fair-Play verstoßen. Er hat seine Strafe erhalten.“

 

Dominique Taboga hat seine Lektion gelernt und seine Geschichte zu Papier gebracht. Als er 2013 bekannt wurde, erschütterte der Wettskandal den gesamten österreichischen Fußball - soweit ein Korruptionsskandal in der heutigen Zeit das noch kann. Der Hauptschuldige war schnell gefunden: Dominique Taboga. Nun versucht er, Licht ins Dunkel zu bringen und hat darum dieses Buch geschrieben.

 

Die 212 Buchseiten sind in sechs "weiße" und sechs "schwarze" Kapitel unterteilt, die sich abwechseln. Die weißen Abschnitte bilden eine Biografie, die von Tabogas Geburt bis in die Gegenwart reicht. Die schwarzen Teilstücke beschreiben den Wettskandal, vom Anfang bis zum Gerichtsprozess. Die Biografie ist zwar interessant, die Fragen, die wohl zum Kauf dieses Buches geführt haben, werden aber in den dunklen Kapiteln beantwortet. Die Qualität wird dadurch aber nicht geschmälert, im Gegenteil, die Hintergründe helfen, manche Handlungen besser zu verstehen.

 

 

Dominique Taboga beschreibt den Ablauf des ganzen Skandals sehr genau, und schreckt dabei auch vor unpopulären Meinungsäußerungen und häufigen Beschuldigungen seiner ehemaligen Partner nicht zurück. Allerdings muss man sich fragen, ob man die nachvollziehbaren Vorwürfe, die primär Sanel Kuljic gelten, auch glauben würde, wenn Kuljic ein Buch geschrieben und in diesem Taboga beschuldigt hätte. Nichtsdestoweniger klingt die Geschichte des ehemaligen Grödig-Kapitäns logisch und wahr, er hätte auch keinen Grund, Unwahrheiten zu verbreiten, immerhin hat er wohl schon jetzt das schlechteste Image aller (Ex-) Fußballer in Österreich.

 

Auch die persönlichen Schattenseiten vom unrühmlichen Ende seiner Karriere gibt Taboga verständlich wieder, sodass manche Handlungen verständlicher erscheinen und vorschnelle Vorurteile in eine Art Mitleid umschwenken, ein Gefühl, das der Ex-Kicker zwar nicht erzeugen will, das aber bei Erzählungen von seinem Beinahe-Selbstmordversuch und der "Hilflosigkeit" immer wieder aufkommt.

 

Trotz dieser emotionalen Kapitel ist "Schweres Foul" ein informatives Buch, das Einblicke in die Fußballwelt abseits der großen Ligen, schillernden Stars und abstrusen Transfersummen bietet. In den österreichischen Ligen als Durchschnittskicker und Normalverdiener, der auch gerne etwas dazuverdient. Wenn es sein muss eben auch illegal. Absolute Kaufempfehlung von uns!