Zinedine Zidane

Auf dem Weg zur perfekten Karriere

Bild: (c) Patrick Gaudin (flickr)
Bild: (c) Patrick Gaudin (flickr)

Es ist ja oft so, dass ehemalige Weltklasse-Spieler nicht immer die besten Trainer werden. Beispiele dafür gibt es genug. Doch Zinedine Zidane ist auf dem Weg eine Ausnahme zu werden und eine perfekte Karriere abzurunden.

 

Zizou wächst als Kind algerischer Einwanderer in Marseille auf. Im Problemviertel La Castellane ist Fußball sein Ausweg. Er will unbedingt für Olympique spielen, doch da nimmt sein Weg eine andere Wendung. Mit 14 Jahren wird er entdeckt und in das Jugendinternat des AS Cannes geholt. Es ist surreal: Das Kind algerischer Einwanderer aus einem Problemviertel kickt nun in einer Stadt der High- Society.

 

 

Doch es klappt: 1989 wird er Profi und spielt mit 16 Jahren zum ersten Mal in der Ligue 1. Zwei Jahre später folgt sein erster Treffer für Cannes und die ersten Spiele im Europapokal. Doch der Verein ist auf dem absteigenden Ast und muss schließlich in die Ligue 2 absteigen. Zidane hatte allerdings Eindruck hinterlassen und wechselt zu Girondins Bordeaux.

 

Dort ist alles etwas größer als in Cannes. Talente wie Bixente Lizarazu und Christophe Dugarry spielen bereits für Girondins. Zidane fügt sich wunderbar ein und absolviert insgesamt 139 Spiele für den Klub. Der Höhepunkt war das Erreichen des Europapokal-Finales 1996. Auf dem Weg schaltete Girondins den großen AC Mailand aus, scheiterte im Finale nach Hin-und Rückspiel aber an Bayern München. 

 

Bild: (c) nazionale calcio (flickr)
Bild: (c) nazionale calcio (flickr)

Nach dieser erfolgreichen Saison, in der Zidane glänzte wie nie zuvor, schloss er sich Juventus Turin an. Hier sollte sein Stern endgültig aufgehen. Die Vergleiche zu Michel Platini ließen nicht lange auf sich warten. Bereits im Winter 1996 konnte er seinen ersten Titel mit den Bianconeri feiern. In Tokio gewann Juve den Weltpokal gegen River Plate. Es folgten zwei Meisterschaften und Zidane war zum Star geworden.

 

Der Gewinn der Weltmeisterschaft 1998 mit Frankreich im eigenen Land machte ihn zum Weltstar.

 

 

Zu dieser Zeit gab es nur einen Verein, bei dem ein wirklicher Star spielen konnte. 2001 wechselte Zidane zu den Galaktischen nach Madrid. Mit Real wollte er sich den Traum erfüllen, der ihm bisher verwehrt geblieben war: Der Gewinn eines Europapokals. Mit Juve stand er zweimal im Finale der Champions League, verlor allerdings beide. 

 

73,5 Millionen Euro zahlte Real für den filigranen Mittelfeldspieler und er sollte auch in Spanien die Fäden ziehen, wie kaum jemand zuvor. 2002 machte er seine Karriere endgültig perfekt. Im Finale der Champions League gegen Bayer Leverkusen schoss er ein spektakuläres Tor und führte die Königlichen zum 2:1-Sieg. Er hatte sich seinen Traum erfüllt. 2003 wurde er zum dritten Mal zum Weltfußballer gewählt.

 

Drei Jahre später macht Zidane Schluss. Am 7. Mai 2006 gab er sein Abschiedsspiel gegen den FC Sevilla. Sein Abgang von der internationalen Bühne wird von seinem Kopfstoß gegen Marco Materazzi überschattet. Doch darüber wird jeder Fan hinwegsehen und auf die Leistungen und Titel des Franzosen hinweisen.

 

Im WM Finale 2016 sollte es für Zidane und Frankreich nicht reichen | Bild: (c) Albeniz G (flickr)
Im WM Finale 2016 sollte es für Zidane und Frankreich nicht reichen | Bild: (c) Albeniz G (flickr)

 

Seit 2010 arbeitet Zidane bei Real Madrid. Erst als Berater, dann als Sportdirektor, unter Carlo Ancelotti als Co-Trainer und daraufhin als Trainer der Castilla. Im Januar 2016 übernahm er das Traineramt bei den Königlichen. Seine erste wirkliche Station als Chef-Coach. Er gewinnt die Champions League, auf dem Fundament seines Vorgängers Rafael Benitez. In dieser Saison muss er sich beweisen, wie er es damals als Spieler bei Girondins getan hat. Eine Steigerung zu Real ist aber kaum noch möglich. Sollte es Zidane gelingen auch als Trainer eine Ära zu prägen, wird er zu einer der Ikonen des modernen Fußballs. Aber selbst wenn er scheitern sollte, werden viele Fans nie vergessen, wie der Junge mit den algerischen Wurzeln aus dem Problemviertel La Castellane ihnen spätestens bei der WM 1998 staunende Blicke entlockte.


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