Georg Weah im Portrait

Denkt man an Fußballlegenden, kommen einem zwangsläufig Spieler der großen Fußballnationen aus Europa und Südamerika in den Sinn. Der einzige Weltfußballer, der nicht aus einem dieser Länder kommt, ist George Weah. Den jüngeren Zockern ist er wohl erst seit Fifa 14 bekannt, und doch ist er einer der Größten aller Zeiten.

 

Weah wurde am 1.Oktober 1966 in Monrovia, der Hauptstadt Liberias, geboren. Er wuchs bei seiner Großmutter auf und hatte das Glück, in einem der ärmsten Länder der Welt trotzdem eine Schule besuchen zu können. Von klein auf war Fußball aber seine große Leidenschaft. Erst mit 15 wurde aus dem Straßenfußballer ein Vereinskicker. Neben seinen späteren Amateurstationen arbeitete er noch als Telefontechniker. Nach zwei Meistertiteln in seinem Heimatland und den Gewinn der Torjägerkanone in Kamerun folgte mit 21 Jahren der Wechsel nach Europa zum AS Monaco. Unter Arsène Wenger, der seinen neuen Stürmer als „Schokoladenhase“ bezeichnete, folgte der steile Aufstieg des George Weah.

 

Im folgenden Jahr wurde er zum ersten Mal Afrikas Fußballer des Jahres. Nach einem Pokalgewinn wechselte er 1992 zu Paris Saint Germain, wo er endgültig zu einem der besten Stürmer der damaligen Zeit wurde. Mit dem Hauptstadtverein wurde Weah Meister, holte weitere zwei Nationalpokale und einen Ligapokal. Das Jahr 1995 sollte das beste Jahr seiner Karriere werden. Als Weltfußballer, Europas Fußballer des Jahres, dreimaliger Afrikafußballer und Torschützenkönig der Champions League mit acht Treffern kam er zum AC Milan, dem unangefochtenen Spitzenverein Europas in den vorhergehenden Jahren. Die Erwartungen der Mailänder konnte Weah trotz seiner 46 Tore in 114 Ligaspielen nur teilweise erfüllen. Er wurde noch zweimal italienischer Meister, danach wurden allerdings sowohl Milan als auch Weah schwächer. Es folgte eine Ausleihe zum FC Chelsea, dort konnte er mit dem FA-Cup den letzten Titel seiner Karriere einfahren. Im Sommer ging er zu Manchester City, wegen Konflikten aufgrund seiner Reservistenrolle wurde der Vertrag schnell wieder aufgelöst. Er probierte es nochmal in Frankreich bei Olympique Marseille und ließ seine Karriere dann in Saudi-Arabien ausklingen. Für das Nationalteam erzielte der Stürmer 22 Treffer in 60 Spielen, konnte sich dabei nur einmal für die Afrikameisterschaft qualifizieren. George Weah wurde zu Afrikas Fußballer des Jahrhunderts und in die Top 100 der FIFA gewählt.

 

 

Weah war ein Angreifer, den wohl jeder Trainer gerne in seinem Kader hat. Mit 1,84 Metern nicht zu klein, waren seine Stärken vor allem sein Antritt und seine Geschwindigkeit, sowie seine Dribbelstärke. Außerdem war er noch sehr athletisch, was das Verteidigen gegen ihn wahnsinnig schwierig machte. Sein bekanntestes Tor ist der Treffer gegen Verona, als er nach einem Eckball vom eigenen 16er startete, mehrere Gegner aussteigen ließ und sicher abschloss.

Georg Weah mit dem Präsidenten Jacob Zuma | Bild: (c) GovernmentZA (flickr)
Georg Weah mit dem Präsidenten Jacob Zuma | Bild: (c) GovernmentZA (flickr)

Der Liberianer war nicht nur ein Spitzenfußballer, mit ähnlichem Einsatz engagierte er sich auch in der Politik und in seinem Verein Junior Professionals für die Menschen in seinem Heimatland. 2005 kandidierte er sogar als Präsident, nach dem ersten Wahldurchgang konnte er auch die meisten Stimmen erlangen. In der Stichwahl setzte sich allerdings seine Gegenkandidatin und Außenseiterin durch, der Hergang der Wahl führte bei Weah zu großem Unmut. Aktuell ist er Senator in seiner Heimatregion.

 

 

 

George Weah, ein Fußballer mit vielen Talenten. Sowohl als Spieler, als auch später als Politiker war er erfolgreich und beliebt. Der erste und bisher einzige Weltfußballer aus Afrika konnte in Europa viele Titel einfahren, trotzdem wurde er nicht so bekannt wie weniger erfolgreiche und begabtere Fußballer.

Ein Bericht von Johannes Hauser


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