Arsenal Invincibles - Die Unbesiegbaren

In der Saison 2003/04 gelang Arsene Wengers Team etwas das seit 1889 (Preston North End, in der Premierensaison der Football League) keiner Mannschaft mehr gelang. Sie blieben in der höchsten englischen Liga ungeschlagen.

 

Mit 26 Siegen und 12 Unentschieden erreichten sie 90 Punkte und ließen den Chelsea FC mit einem respektablen Abstand von 11 Punkten hinter sich. Die Arsenal's Invincibles waren geboren. Wie in der Premier League üblich bekamen nur Spieler mit mindestens 10 Einsätzen eine Meistermedaille.

 

Die Mannschaft:

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Bild: (c) Ronnie Macdonald (flickr)

Torwart: Jens Lehmann

Lehmann blickt auf eine ereignisreiche Karriere zurück. Von Jugendjahren bei Schwarz Weiß Essen mit Oliver Bierhoff, über den Aufstieg zum Bundesligatorwart mit Schalke 04 und einem unrühmlicheren Intermezzo beim AC Milan bis zur Borussia aus Dortmund. Und dies alles noch, bevor es ihn auf die Insel zu den Gunners verschlug. Lehmann war in seiner aktiven Zeit auch immer für Schlagzeilen gut. Ausraster und schwere Patzer wechselten sich mit starken Paraden und wenig Gegentoren ab. Vor allem zu Dortmunder Zeiten war er als rabiat verschrien. 5 mal musste er hier vorzeitig vom Platz. Von Nachtreten und Ellbogencheck bis hin zu heftiger Schiedsrichterkritik war alles dabei. Auch wurde er gesperrt, weil er einen MITSPIELER zu sehr angeschrien hat. In London wurde er gleich in der ersten Saison zum Helden, da er nur 26 Mal hinter sich greifen musste. Insgesamt blieb der Deutsche 5 Jahre bei Arsenal und absolvierte 147 Spiele, bevor er zu Stuttgart wechselte. 2011 kam er zurück zu Arsenal, hatte allerdings nur einen Einsatz in der Kampfmannschaft und zwei in der Reserve. In der Champion League stellte er 2006 den Rekord mit 852 Minuten ohne Gegentor auf und wurde zum besten Tormann des Turniers gewählt.

 

Linke Verteidigung: Ashley Cole

Aus der eigenen Jugend stammend entwickelte sich Cole, der seinen ersten Einsatz in der Kampfmannschaft bereits mit 18 verbuchen konnte, zu einem der besten Außenverteidiger seiner Zeit. Er blieb bis 2006 bei den Gunners, bevor er unter großem Aufsehen zum Stadtrivalen Chelsea wechselte. Er wie auch der FC Chelsea und dessen Trainer Jose Mourinho bekamen Geldstrafen wegen Verhandlungen ohne Absprache mit Arsenal. Coles Berater wurde sogar für 18 Monate gesperrt.

Insgesamt spielte Cole 156 Partien für die Gunners und erzielte 8 Tore.

 

Innenverteidigung: Sol Campbell

Campbell wechselte als Kapitän der Tottenham Hotspurs im Jahre 2001 ablösefrei zu den Gunners. Als feste Größe in der Premierleauge und im Nationalteam, wollte er endlich auch International um Titel mitspielen können, was ihm die Fans an der White Heart Lane natürlich übel nahmen.

 

In seinen ersten Jahren bei Arsenal wurde er seinem Ruf gerecht und hatte einen großen Anteil an der „Invincible Saison“. Doch ab 2004 wurden seine Leistungen immer durchwachsener. Den negativen Höhepunkt erreichte er 2006, als Arsene Wenger ihn zur Hälfte auswechselte und er daraufhin 5 Tage spurlos verschwunden war. Nach dieser Saison wechselte er zum FC Portsmouth.

 

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Abwehrspieler Kolo Toure | (c) flickr Ronnie Macdonald

Innenverteidigung: Kolo Toure

Toure wechselte 2002 von ASEC Mimosas zu Arsenal und wurde unter Wenger auch sofort zum Stammspieler. Er spielte bis 2009 225 Partien und erzielte 9 Tore, bevor er zu Manchester City wechselte. Bei City wurde er zunächst zum Kapitän ernannt was Roberto Mancini später wieder änderte, da er Tevez den Vorzug gab. 2011 wurde Toure nach dem positiven Test auf eine „Bestimmte Substanz“ für ein halbes Jahr gesperrt. Inzwischen spielt der Ivorer für den Liverpool FC.

 

Rechte Verteidigung: Lauren

Lauren kam über mehere Stationen in Spanien zu den Engländern und spielte von 2000 bis 20007 auf der Insel. In diesem Zeitraum lief er 159 mal für die Gunners auf und erzielte 7 Treffer. Bis 2006 war er als Rechtsverteidiger gesetzt, doch eine Verletztung und der dann stark aufspielende Emmanuel Eboue vertrieben ihn auf die Ersatzbank. 2007 wechselte er wie Sol Campbell zum FC Portsmouth.

 

Linkes Mittelfeld: Robert Pires

Von Olympique Marseille kommen spielte der Franzose von 2000 bis 2006 unter Landsmann Arsene Wenger und war sowohl auf den Flügeln als auch im offensiven Mittelfeld anzutreffen. Er harmonierte hervorragend mit Cole und Heny und wurde 2002 auch zum Spieler der Saison gewählt. In der Meistersaison von 2003/04 gelangen ihm 14 Treffer. Insgesamt spulte er 189 Spiele ab und brachte es auf 62 Treffer. 2006 wechselte er dann nach Spanien zum FC Villareal.

 

Zentrales Mittelfeld: Patrick Vieira

Der Senegalese, der in Frankreich aufwuchs kam über AS Cannes und AC Milan (Nur 2 Spiele) zu Arsenal. Er blieb neun lange Jahre und war eine große Stütze des Teams. In dieser Zeit wurde er bei den Gunners und dem französischem Nationalteam zum Kapitän ernannt. Er absolvierte in London 279 Partien und erzielte 29 Treffer.

 

Nach seinem Abgang aus der Premier League wechselte er zu Juventus, nach deren Zwangsabstieg zu Inter Mailand und in spätere folge Manchester City, wo er als Jugendcoach arbeitete, bis er den Cheftrainer-Posten bei New York City FC antrat.

 

Zentrales Mittelfeld: Gilberto Silva

Für 4,5 Millionen Pfund, im Jahr 2002, von Atletico Mineiro gekommen machte sich Silva gleich bezahlt. In seinem Debüt gegen Liverpool traf er gleich ins Tor. Auch im darauffolgenden Championsleauge Spiel konnte er treffen, und das nach bereits 20 Sekunden. Die restliche Saison verlief für den Brasilianer durchwachen. Erst in der „Invincible“ Saison konnt er voll überzeugen und würde zum Stammspieler.

 

In der Saison darauf verletzte er sich schwer und musste sieben Monate pausieren. Danach dauerte es bis zum Abgang von Vieira, ehe er sich wieder zum Stammpersonal zählen konnte. Allerdings gab es immer mehr Probleme zwischen Wenger und dem Brasilianer, welche 2007 eskalierten, der als Innenverteidiger aufgestellte Spieler einfach im Mittelfeld spielte. 2008 wechselte er nach 170 Partien und 17 Treffern nach Griechenland zu Panathinaikos Athen.

 

Freddie Ljungberg
Der Schwede Freddie Ljungberg | (c) flickr Ronnie Macdonald

Rechtes Mittelfeld: Freddie Ljungberg

1998 wechselte er für die damalige Rekordsumme für einen schwedischen Spieler (3 Millionen Pfund) zu den Londonern und spielte bis 2007 beim FC Arsenal.

 

Er erzielte in 216 Spielen 46 Tore. Ljungberg war universell auf beiden Außenbahnen sowie als hängende Spitze einsetzbar. Die schwedische Nationalmannschaft führte er als Kapitän aus Feld.

 

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Dennis Bergkamp Statue vor dem Emirates Stadium | (c) flickr

Stürmer: Dennis Bergkamp

Eine der beiden Stürmerlegenden, die in dieser Saison ihren Dienst in London verrichteten. In der glorreichen Jugend von Ajax Amsterdam ausgebildet und nach 7 erfolgreichen Jahren in deren Kampfmannschaft, über die Zwischenstation Inter Mailand, kam der Holländer 1995 zum FC Arsenal. Er blieb elf Jahre und erzielte in 315 Spielen 87 Tore. Bergkamp wurde nachgesagt überdurchschnittliche technische Fähigkeiten zu haben und wurde zunächst auf den Flügeln und später als Mittelstürmer oder hängende Spitze eingesetzt. Er schaffte es in seiner Karriere zu so manchen persönlichen Titeln, wie zahlreichen Torschützenkönigen und auch Spieler des Jahres Preisen. Sein letztes Pflichtspiel für die Gunners war das verlorene Champions League Finale gegen den FC Barcelona 2006.

 

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Thierry Henry im Trikot des FC Arsenal | (c) Mark L (flickr)

Stürmer: Thierry Henry

Vom AS Monaco wechselte Henry 1999 zu Juventus Turin, um nach nur 9 Monaten und gerade mal 2 Toren weiter auf die Insel zu gehen. Doch von da an startete der Franzose eine absolute Traumkarriere. Er erzielte in jeder Saison für die Gunners mindestens 17 Treffer und wurde mit 226 Toren in 368 Spielen zum absoluten Rekordtorschützen der Londoner. Noch heute wird er nicht nur in Kreisen des FC Arsenal als eine der besten Stürmer aller Zeiten verehrt. 4 Mal wurde er Torschützenkönig, 1 mal auch europaweit bester Torjäger. 3 mal wurde er Fußballer des Jahres in England und Frankreich. Zweimal zweiter bei der Wahl zum Weltfußballer. Weiter Stationen in seiner Karriere waren der FC Barcelona und Red Bull New York. 2014 beendete er seine große Karriere.

 

Weiter Spieler:

 

Pascal Cygan (Abwehr)

Gael Clichy (Abwehr)

Martin Keown (Abwehr/defensives Mittelfeld)

Edu (Mittelfeld)

Ray Parlour (Mittelfeld)

Jose Reyes (Flügel)

Sylvain Wiltord (Stürmer)

Nwanko Kanu (Stürmer)

Jeremie Aliadiere (Stürmer)