Goodison Park, Everton FC

Groundhopping England 2019 - Teil 3: Liverpool

Vom beschaulichen Süden Englands, ging es für uns am 5. Tag der Reise in einer 4,5 stündigen Zugfahrt über Birmingham nach Liverpool. Eine Stadt, die wir bereits bei einer Fußballreise vor wenigen Jahren zum Spitzenspiel Liverpool FC gegen Manchester United besuchen durften.

Gereist bin ich mit Flo, einem eingefleischten Liverpool Fan, der sich schon sehr auf diese Stadt freute. Angekommen am Bahnhof spazierten wir bei herrlichem Wetter in Richtung Hotel und durften gleich die ersten Sehenswürdigkeiten bewundern. Nach dem hektischen London und dem ruhigen Southampton präsentierte sich Liverpool als Mischung aus den beiden Städten.

 

Kurz vor 16 Uhr checkten wir im Mercure Hotel ein, das uns leider nicht so wirklich überzeugen konnte. In vielen Bereichen hätte das Hotel eine Renovierung nötig, auch wenn man sagen muss, dass die Lage für unseren Trip einfach perfekt war. Um die letzten Sonnenstrahlen noch genießen und einige gute Fotos machen zu können, gingen wir gleich vom Hotel über weitere Sehenswürdigkeiten bis hin zu den Docks. Diese Gegend hat in Liverpool einen ganz besonderen Charme. Imposante Altbauten, gemixt mit umgebauten, ehemaligen Industriegebäuden und moderner Architektur, sorgten bei mir auch beim zweiten Besuch wieder für große Augen.

Da uns der Hunger plagte, gingen wir in das Byron, einem modernen und schönen Burgerladen. Die Preise waren verhältnismäßig günstig, allerdings waren die Portionen auch nicht die größten. Dafür war der Geschmack richtig klasse, können wir absolut empfehlen!

 

Wir spazierten dann noch durch die Innenstadt, in die Liverpool FC und Everton FC Fanshops, besorgten noch Souvenirs für die Familie und machten uns wieder auf den Rückweg zum Hotel, in weiser Voraussicht, dass der nächste Tag sehr anstrengend werden würde.

 

Tag 6

Frühmorgens ging es auf zu Flos Geburtstagsgeschenk. Als Liverpool Fan musste ich ihm, wenn wir schon kein Spiel des Liverpool FC besichtigen konnten, eine Stadiontour im Anfield schenken. Nach einem weiteren, typisch englischen Frühstück, mit dem wir nie so wirklich warm wurden, ging es mit dem Bus in den Stadtteil Everton. Die Stadien der beiden Rivalen liegen nur knapp 15 Minuten voneinander entfernt, also kann man diese beiden Stadien bei Fußballreisen auch sehr gut miteinander kombinieren.

 

Die Stadiontour war “Self-Guided”, man bekam also ein Headset und ging die Punkte der Führung selbst ab. Anfangs war ich das etwas skeptisch, da ich es immer ganz nett gefunden habe, von einem kundigen Guide durch Arenen geführt zu werden. Der große Vorteil an dieser Form der Stadiontour war allerdings, dass man sich so viel Zeit lassen konnte wie man wollte. Ideal also, wenn man die Atmosphäre des Stadions so lange wie möglich auf sich einwirken lassen möchte.

 

Hier haben wir einige Highlights der Stadiontour im Anfield für euch:

 

Für uns ging es danach zu einer kurzen Pause in die Innenstadt in das Lokal “Crust”, eine Empfehlung einer unserer Zuseher, vielen Dank nochmal dafür! Die Pizza war dort ausgezeichnet, wozu braucht man schon englisches Essen, wenn man italienisches haben kann? :-)

 

 

Nach einer kurzen Anpassung unserer Kleidung, lange Unterhosen mussten einfach sein ;), fuhren wir mit dem Bus erneut nach Everton, diesmal um den Everton FC im legendären Goodison Park zu besichtigen. Die Vorfreude war riesig, handelt es sich hierbei immerhin um ein sehr altes, typisch englisches Stadion, das ich unbedingt schon sehen wollte. Komischerweise war es vor dem Stadion sehr ruhig, auch im Bus war kein einziger Everton Fan. Kam uns etwas eigenartig vor, bis Flo vorgeschlagen hat, noch einen Blick auf die Tickets zu werfen.

 

Was soll man sagen? Die Zeitverschiebung kann schon fies sein.. Schlussendlich waren wir eine Stunde zu spät am Stadion, also knapp eine halbe Stunde nach Ankick und keine Menschenseele war mehr vor dem Stadion zu sehen. Wir fanden uns vor dem Stadion auch relativ schlecht zurecht, bis wir glücklicherweise einen sehr netten Security gefunden haben, der uns zu unserem Block, eskortiert hatte.

 

Das Spiel war sehr hitzig, der Fußball des Everton FC leider eher mäßig, die Auswärtsfans ob des 3:1 Sieges dementsprechend motiviert. Die Atmosphäre im Goodison Park war auf jeden Fall etwas ganz Besonderes. Die Tribüne verfügte über einen Holzboden, die Sitze waren sehr eng aneinander gereiht, nichts für den knapp zwei Meter großen Flo.

 

Ein Besuch im Goodison Park war auf jeden Fall etwas ganz Besonderes und im Vergleich zu den anderen besuchten Stadien wieder eine andere Welt. Hier spielte sich der alte, echt englische Fußball ab, ohne großes Entertainment, dafür mit viel Leidenschaft. Wer Fan dieses Fußballs ist, wird den Goodison Park lieben. Generell sollte man sich beeilen, wenn man dieses Stadion noch besuchen möchte - es gibt bereits Pläne für einen Neubau!

 

Nach dem Spiel gingen wir Samstagabends noch durch das Viertel in dem der legendäre Cavern Club beheimatet ist. Eine Partymeile mit lauter Rockmusik und vielen, betrunkenen Engländern. :-) Essen gingen wir in das Hub, ein sehr nettes Lokal mit gutem Essen und leckerem Bier. Auch hier hatten wir mal wieder Glück mit unserer Restaurantwahl. :-)

 

Am nächsten Tag ging es für uns dann retour nach London, um den letzten Tag noch gemütlich mit einer Stadiontour ausklingen zu lassen. Mehr dazu könnt ihr im ersten Teil unserer Reiseberichte nachlesen, da es thematisch natürlich gut zu London passt.


Video zu unserer Reise: