Fußballreise Barcelona - Tag 2 | 31.564 Schritte

Nach einem anstrengenden ersten Tag mit relativ wenig Schlaf, aber umso mehr tollen Eindrücken ging der zweite Tag deutlich gemütlicher los. Ein wirklich gutes Frühstück, noch ein Kaffee und schon machten wir uns auf den Weg in Barcelonas Innenstadt.

Placa de Catalunya & La Rambla

Ein kurzer Fußmarsch von 15 Minuten später und schon kamen wir am Placa de Catalunya an. Ein nicht besonders sehenswerter Platz, der sich uns bei bewölktem Wetter präsentierte. Unser geübtes Fußballfan-Auge erblickte auch gleich den ersten Store des FC Barcelona, einer von vielen Barca-Stores in der Innenstadt. Direkt am Placa de Catalunya beginnt der berühmte "La Rambla", Barcelonas große Einkaufsmeile die bis in den Hafen führt. Nicht unbedingt mein favorisierter Tourismus, grenzt doch ein Verkaufsstand für Touristen an den anderen.

Ganz konnte ich aber auch diesen Ständen nicht entkommen und kaufte mir, wie soll es auch anders sein bei einer Fußballreise zum FC Barcelona, einen Schal vom Stadtrivalen Espanyol, da ich von Barca schon Fanartikel zu Hause habe und meine Sammlung einfach komplettieren wollte. ;)

 

Barceloneta - das "hippe" Barcelona

Nach dem 1,2 Kilometer langen Rambla erreichten wir endlich den Hafen und genießten die ersten Sonnenstrahlen an diesem Tag. Knapp 20 Grad im November können sich wirklich sehen lassen! Unser wirkliches Ziel war aber "Barceloneta", ein sehr junges und modernes Stadtviertel mit guten Bars und Restaurants und vielen jungen Leuten, so zumindest die Empfehlung meines Arbeitskollegen. Er sollte Recht behalten.

 

Der Strand präsentierte sich grandios. Gut gelaunte Menschen, mittlerweile an die 22 Grad, viele Bewohner die direkt am Stand Sport machten, ein bisschen erinnerten die Fitnesseinrichtungen am Strand an Los Angeles. Schön langsam bekamen wir Hunger, suchten ein passendes Restaurant und wurden fündig: Lola Mola hieß ein tolles Lokal, das sehr mordern wirkte und uns vom ersten Anblick an überzeugte. Eine absolute Empfehlung!

 

Das gotische Barcelona & La Boqueria

Über den gotischen Stadtteil Barcelonas gingen wir zurück zu "La Rambla" um den legendären Markt "La Boqueria" zu besuchen. Dort bekommt man von Früchten und Gemüse über Süßigkeiten, Fleisch, Käse, Fisch und Säften einfach ALLES, was das Herz begehrt. Vielleicht war es also klug, dass wir zuvor essen waren, denn sonst hätten wir hier viel Geld gelassen. Schön langsam wurde es dann aber auch Zeit für den Rückweg, immerhin stand heute noch das Match zwischen dem FC Barcelona und dem FC Sevilla an..

 

Auf dem Weg zum Camp Nou

Traumhaftes Wetter in Barcelona und über 20 Grad - so war das Wetter beinahe über das gesamte Wochenende. Beinahe. Natürlich fing es auf dem Fußweg zum Stadion, knapp 3,7 Kilometer, wie aus Eimern zu regnen an. Unfassbar, was für ein Pech man haben kann. Ich erinnere mich noch gut an die Aussage von Christian Pramberger, Geschäftsführer von RES-Touristik, der zu mir meinte: "Zuletzt hatten Kunden von uns wirklich das Pech und es hat das ganze Spiel über geregnet. Aber normalerweise passiert das nicht, es regnet fast nie in Barcelona". Komplett durchnässt, aber dennoch vorsichtig optimistisch, gingen wir weiter Richtung Camp Nou.

 

 

Durch einen Wohnblock nach dem anderen gingen wir immer weiter unserem Smartphone nach und wunderten uns wo doch dieses gigantische Stadion sein sollte. Ich kenne es von vielen großen Arenen, die aber meist etwas abgelegt gebaut und daher bereits aus mehreren Kilometern Entfernung sichtbar sind. So zumindest in München, Manchester oder Liverpool. Nicht so in Barcelona. Erst einen Block vom Ziel entfernt konnte ich das Stadion zum ersten Mal erblicken und was soll ich sagen: es sah unfassbar aus. Sogar zu Regnen hat es aufgehört, jetzt steht einem perfekten Abend also nichts mehr im Weg, dachten wir zumindest.

 

Im Inneren des Camp Nou

Wir mussten einmal komplett um das Stadion herum um unseren Eingang zu erreichen. Noch schnell einen freundlichen Verkäufer abgewimmelt, der uns einen Regenschutz andrehen wollte. Es hat ja schließlich aufgehört, das muss es doch gewesen sein! Denkste. Als wir im Stadion angekommen waren, begann es erneut zu schütten und donnern. Unfassbar.

 

Wir warteten im Innenraum des Camp Nou, warfen aus dem trockenen Tunnel immer wieder Blicke und waren einfach sprachlos von diesem unfassbaren Anblick der in die Jahre gekommenen Arena.

 

Fußballreise Camp Nou FC Barcelona

Das Spiel FC Barcelona - FC Sevilla

Der Regen wurde leider nicht besser, aber mit einer halbwegs wetterfesten Jacke und einem Knirps, den man glücklicherweise ins Stadion mitnehmen konnte, ging das dann irgendwie. So ganz konnte man die Partie nicht genießen, aber spätestens zum Ankick war all der Regen beinahe vergessen.

 

Barca war von den Torschüssen her zwar überlegen, konnte das Spiel aber gegen die starke Mannschaft aus Sevilla nicht wie gewohnt dominieren. Keine langen Ballstafetten, kaum Tiki-Taka, bei diesem Wetter tat sich auch der große FC Barcelona schwer.

 

Die Stimmung war im Camp Nou besser als gedacht. Ich hatte schon befürchtet, dass es relativ leise sein würde, wie es bei vielen Top Mannschaften wie zum Beispiel in England auch der Fall ist. Umso positiver, wohl auch wegen der politischen Lage, war dann schlussendlich trotzdem die Stimmung, da es auch im Stadion Proteste und lautstarke Gesänge und Rufe für die Freilassung von katalanischen Kriegsgefangenen gab. Der Stimmung tat es gut, auch wenn ich nicht der größte Fan von Politik in Fußballstadien bin.

 

 

 

 

Barca ging in der 23. Minute durch Paco Alcácer in Führung, der nach einem zwischenzeitlichen Ausgleich in Hälfte zwei mit seinem Doppelpack Barca zum 2:1 Erfolg schoss.

 

Vor dem Ankick hatten wir bemerkt, dass man sich im Camp Nou in mehren Sektoren relativ frei bewegen konnte, weshalb wir einige Sektoren weiter gingen um die Atmosphäre und dieses unfassbare Stadion aus verschiedenen Blickwinkeln erleben zu können. Man musste diesen Anblick auch genießen und würdigen, da ja im kommenden Sommer ein Umbau folgen soll, der das Erscheinungsbild des Stadions verändern und zu einer modernen Arena werden lässt. Nicht unbedingt etwas für Fußballromantiker, die das Camp Nou ins Herz geschlossen haben.

 

Alles in allem muss man sagen, dass das Camp Nou trotz seines Alters ein unfassbares und einzigartiges Stadion ist, das sich definitiv jeder Fußballfan einmal in seinem Leben ansehen sollte.

 

Der Rückweg

Was soll man über den Rückweg sagen? Nass und kalt. Taxi konnten wir keines bekommen und der Weg zu den Öffis war ziemlich überfüllt, weshalb wir uns entschieden haben zu Fuß in Richtung Hotel retour zu gehen. Und natürlich, wie sollte es auch anders sein, hat es nach dem Spiel zu Regnen aufgehört. Da war der Ärger schon groß, obwohl noch immer die Freude und Verblüfftheit über dieses Stadion regierte.

 

Unfassbare 31.000 Schritte zählte unsere Smartwatch am Ende dieses Tages, also umgerechnet über 16 Kilometer, die wir an diesem Tag zu Fuß zurücklegten. Unfassbar. Tag 3 sollte wieder etwas ruhiger werden. Mehr dazu in Teil 3 unserer Barcelona-Reise.

 


Das Video zur Fußballreise nach Barcelona: