Football Manager: Die Taktik

Das Prunkstück des Football Managers von SEGA ist wohl die Taktik. Scheinbar unendliche Kombinationsmöglichkeiten taktische Varianten auf das Feld zu bringen - es macht einen großen Teil des Reizes aus, den das Spiel mitsichbringt. Gleich vorweg: Man könnte über Taktiken, Spielerrollen und individuelle Anweisungen unendlich lange schreiben. Wir möchten uns hier auf die wichtigsten Punkte und häufigsten Anfängerfehler konzentrieren, überlassen euch jedoch dann eurer Fantasie und Vorstellung einer perfekten Taktik.

 

Nachdem ihr euch bereits in Teil 2 unseres Anfängerguides für den Football Manager Gedanken gemacht habt, wie eure Mannschaft spielen könnte, geht es jetzt um das Umsetzen eurer Vorstellungen. Wir wählen eine grundlegende Formation aus, wobei wir aktuell noch nicht auf Spielerrollen oder individuelle Anweisungen gehen. Die genauen Erklärungen folgen in einem extra Bericht. Um die perfekte Formation zu finden, muss man viel beachten. Grundlegend braucht man eine Idee wie man zu Toren kommen möchte. Wenn ihr die wichtigsten Stützen eurer Mannschaft bereits herausgefunden habt, zieht diese einfach mal in eure Formation. Danach sollten 4-5 Positionen, also bereits fast die Hälfte der Mannschaft, besetzt sein. 

 

Schritt 1: Die Formation

Durch die Stärken der Leistungsträger der Mannschaft sowie einige vielversprechende Talente, entscheiden wir uns hier für ein 4-4-2 System mit Raute, also einem defensiven und einem offensiven Mittelfeldspieler.

 

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Der Grundgedanke hinter diesem System ist einfach:

  • Wir haben großgewachsene Stürmer, die wir mit Flanken füttern wollen.
  • Wir haben talentierte und vielversprechende Flügelspieler in unserem Kader.
  • Wir haben spielstarke Flügelverteidiger, die sich auch gut in das Offensivspiel unserer Mannschaft einschalten können.
  • Wir wollen Fußball mit viel Ballbesitz umsetzen.
  • Wir wollen mit unserer Abwehrreihe höher stehen um das Mittelfeld kompakt zu halten.
  • Wir wollen mit unserem System den Gegner früh unter Druck setzen und zu Fehlern zwingen

Schritt 2: Teamanweisungen

Gleich ein Tipp zu Beginn: Weniger ist oft mehr! Versucht euren Spielern nicht zu viele Anweisungen von Beginn weg zu geben. Eine grobe Einstellung eurer Taktik und maximal 2-3 Anweisungen sind anfangs empfehlenswert. Nützt die Freundschaftsspiele dann, um zu sehen an welchen Hebeln man noch ansetzen muss.

 

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Wir lassen unsere Spieler mit normalem Tempo spielen, da uns für das hohe Tempo etwas die Technik fehlt. Das Zeitspiel und die Spielbreite lassen wir auf den Standartwerten. Gerade bei der Breite warte ich die Testspiele ab oder passe sie individuell an Gegner an um auf deren Stärken und Schwächen zu reagieren.

 

Die Anweisung "weiter aufrücken" sorgt dafür, dass unsere Defensive höher steht und näher an das Mittelfeld heranrückt. Dadurch haben wir eine besondere Kompaktheit und können den Gegner bereits früh mit "Mehr Pressing" unter Druck setzen. Die Abseitsfalle soll uns bei Kontern schützen und ist bei einer hohen Abwehrreihe immer zu empfehlen.

 

Zusätzlich dazu wollen wir den Torwart dazu hindern den Ball kurz abzuspielen um idealerweise seine langen Bälle gleich abfangen und so den Ballbesitz behaupten zu können. Der "Spielaufbau mit Kurzpässen" wird dafür sorgen, dass wir ruhig von hinten heraus spielen und mit "Geduldig spielen" unser Spiel ruhig aufbauen und auf unsere Chancen lauern.

 

Schritt 3: Die Spielerrollen

Wie bereits erwähnt sind die Spielerrollen im Football Manager eine Welt für sich. Grundsätzlich sei gesagt: Die Spielerrolle muss zur Taktik passen, mit all ihren Vor- und Nachteilen. Dazu braucht ihr dann idealerweise auch noch die richtigen Spieler. Keine einfache Aufgabe.

 

Unser Beispiel aus dem Video-Tutorial:

2 defensive Mittelfeldspielertypen: Sami Khedira / Toni Kroos

Beide DMs sind auf ihrer Position absolute Weltklasse. Sami Khedira ist stark im Zweikampf, Stellungsspiel und Kopfball, hat jedoch im Vergleich zu Toni Kroos deutliche defizite in der Spieleröffnung. Toni Kroos ist ideal auf dieser Position um von hinten das Spiel zu lenken, Akzente zu setzen und gefährliche Pässe zu spielen. Je nachdem, wie ihr einen gewissen Spieler in eurer Taktik spielen lassen wollt, müsst ihr also die Spielerrolle dafür wählen.

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Wir entscheiden uns für einen einfachen Torwart, da ihm die fußballerischen Fähigkeiten eines mitspielenden Torwarts (wie Manuel Neuer) fehlen. 

 

Beide Außenverteidiger werden mit der Anweisung "Flügelspieler" auf "unterstützen" auf eher offensive Aussenverteidiger setzen, die unsere komplette Außenbahn beackern werden. Dabei unterstützen sie zum einen unser Mittelfeld und bieten Anspielstationen, werden jedoch auch häufig auf unsere großgewachsenen Stürmer flanken.

 

Innenverteidiger auf "einfache Verteidiger" sorgen dafür, dass unsere Innenverteidiger sich auf das Kerngeschäft konzentrieren: Die Abwehrarbeit. Sie werden daher keine riskanten Pässe spielen und eher den Ball versuchen zu klären. Ob dieser Grundgedanke für unser System gut ist, werden wir in den ersten Testspielen beobachten.

 

Der "defensive Mittelfeldspieler" auf "verteidigen" hält die Position vor der Abwehr und wird diese nur Aufgeben um herannahende Gegenspieler unter Druck zu setzen. Im Gegensatz zu einem "ballerobernden Mittelfeldspieler" wird seine Position nicht aufgeben.

 

 

 

"Flügelspieler" bringen technische und physische Voraussetzungen mit, werden an den Außen bleiben, das Spiel breit machen und unsere Stürmer ebenfalls mit Flanken füttern.

 

Der "offensive Mittelfeldspieler" wird in unserem System als "vorgeschobener Spielmacher" arbeiten. Er bietet Anspielstationen, wird weniger schießen sondern eher riskante Pässe auf seine Mitspieler spielen. Er wird der Kopf unserer Offensive.

 

Beide Stürmer auf "Zielspieler" ist für mich auch Neuland. Um flexibler zu sein, wird ein Zielspieler "unterstützen", während der andere Zielspieler auf "angreifen" wohl eher auf Bälle lauern wird. "Zielspieler" deshalb, weil beide Stürmer groß gewachsen sind und so als Flankenziele für sämtliche Flügelspieler einstellbar sind.

 

 

Schritt 4: Individuelle Spieleranweisungen

 

Nachdem unsere generelle Taktik sowie die Auswahl der Spielerrollen bereits eine Richtung vorgibt, können wir unsere taktikschen Vorstellungen noch mit speziellen Spieleranweisungen unterstützen. Auch hier gilt: lieber weniger Anweisungen zu Beginn, abwarten, beobachten und dann reagieren.

 

Der Torwart soll keine riskanten Pässe wagen und den Ball zu unseren Außenverteidigern abspielen. Unsere Außenverteidiger sollen häufiger Flanken und auf unsere Zielspieler flanken. Außerdem werden sie sich "offensiver Positionieren".

 

Bei unseren Innenverteidigern, dem defensiven Mittelfeldspieler und unseren Flügelspielern belassen wir es bei den Standardeinstellungen und warten die Testspiele ab. Die Spielerrollen alleine geben schon einige Anweisungen vor, die perfekt in unsere Vorstellungen passen. Der offensive Mittelfeldspieler wird in Zwischenräume ausweichen, um immer anspielbar zu sein. Diese Einstellung wählen wir auch für unsere beiden Zielspieler.

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Schritt 5: Standardeinstellungen

Eine nette Funktion im Football Manager sind die Einstellungsmöglichkeiten bei Standardsituationen. Hier können wir unseren Spielern bestimmte Rollen während Eckbällen, Freistößen und Einwürfen zuweisen und mehrere Varianten einstudieren.

 

Gerade bei Eckbällen sind diese Funktionen äußerst praktisch. In der Defensive ist es ratsam, beide großgewachsenen Stürmer im Zentrum zu haben, während wir die Flügelspieler für schnelle Kontersituationen nutzen wollen. Den schnellsten Flügelspieler stellen wir ganz auf Höhe der Mittellinie, während der zweite Flügelspieler vor unserem Strafraum abdeckt und gegebenenfalls Kontersituationen einleitet.

 

 

 

In der Offensive bieten wir uns mit dem zweiten Flügelspieler für Eckbälle kurz an, während unser defensiver Mittelfeldspieler am Strafraum lauert um entweder selbst abzuschließen oder gleich Kontermöglichkeiten für den Gegner im Keim ersticken kann.

 

 

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