Groundhopping Chelsea U23 - Stamford Bridge

Endlich angekommen in England-dem Mutterland des Fußballs, dem Land der berühmtesten und prestigeträchtigsten Liga der Welt und in dem Land, in dem die Fans den Fußball leben und einatmen, zumindest wenn es nach Arjen Robben geht. Und so ging es für uns gleich nach der Ankunft zum Ex-Klub des Niederländers, an die Stamford Bridge zu einer Partie der Premier League 2.

 

Das Stadion - Stamford Bridge

Die Heimstätte des aktuellen Meisters gehört sicher nicht zu den schönsten Fußballarenen des Planeten, trotzdem besitzt es seinen eigenen Charme, der uns als England-Debütanten sofort faszinierte. Die schmalen Eingänge mit den Drehkreuzen, die Enge des Stadions und die Nähe zum Spielfeld sind Charakteristika, die man aus den modernen Arenen Mitteleuropas kaum noch kennt. Umso trauriger ist der geplante Neubau an gleicher Stelle, wenngleich die neue Spielstätte nicht minder imposant sein wird.

 

Die aktuelle Stamford Bridge fasst „nur“ knapp über 41.000 Zuseher, und selbst das klingt noch übertrieben, wenn man das Stadion betritt. Mitten im Stadtteil Fulham ragen das Stadiondach zwischen Wohnhäusern hervor und es ist schwer zu glauben, dass hier am Wochenende bester englischer Fußball zu sehen ist. Doch gerade der Platzmangel mitten in der Stadt ist wohl der Grund, warum man 1877(!!!) dieses Stadion mit verhältnismäßig vielen Zusehern auf engem Raum gebaut hat. Ein Umstand, mit dem ich mich mit 1,87 Metern Körpergröße erst anfreunden musste, der uns aber noch häufiger begegnen sollte.

 

Die Stimmung

Erwartungsgemäß hielt sich der Support stark in Grenzen, was bei einem Spiel der PL2 aber niemanden verwundern sollte. Duelle in der Stamford Bridge sind für das Development Squad des FC Chelsea die Ausnahmen. Um den organisatorischen Aufwand so gering wie möglich zu halten, wurde nur der untere Rang des East Stand geöffnet, dieser war allerdings ganz gut gefüllt. Das Publikum bestand zu einem großen Teil aus Familien, die die Gelegenheit zu einem billigem Ausflug in das Stadion des großen Chelsea FC nutzten. Naturgemäß sind bei einer solchen Partie auch viele Scouts anwesend, von bis zu 50 Spielerbeobachtern war die Rede.

So war die Stimmung recht locker und man merkte natürlich, dass es nicht die Kampfmannschaft war, die hier am Platz stand. Nur einige die-hard Fans ließen es sich nicht nehmen, mit typischen Anfeuerungsrufen wie „Come on you Blues!“ ihr Team nach vorne zu peitschen.

 

Das Spiel

Wir erwarteten ein einseitiges Spiel, sollte doch die Jugend der Premier League Titelträgers um einige Klassen stärker sein als die des Neunten der vorangegangenen Championship-Spielzeit. Vor allem die erste Halbzeit enttäuschte uns aber, konnte die Defensive des Auswärtsteams rund um den 33-jährigen Jason Shackell, der bereits über 400 Partien in den ersten beiden Spielklassen auf dem Buckel hat, die Offensive mit dem 16-jährigen Stürmer gut in Schach halten. In der zweiten Spielhälfte ließen die Blues aber keine Zweifel mehr daran, wer das Feld als Sieger verlassen würde. Nach einem glücklichen Führungstor brauchte das Heimteam aber einige Topchancen, bis sie in der 95.Spielminute alles klar machten.

 

Ein Bericht von Johannes Hauser